Was ist Subud?

Subud ist eine internationale spirituelle Gemeinschaft. Im Mittelpunkt steht eine persönliche spirituelle Übung, das sogenannte Latihan Kejiwaan, kurz Latihan. Menschen treffen sich dabei regelmäßig in Gruppen und nehmen sich Zeit für eine stille, offene Haltung, in der sie nicht versuchen, etwas Bestimmtes zu denken, zu fühlen oder zu tun.

Worum geht es bei Subud?

Subud legt den Schwerpunkt nicht auf eine bestimmte Glaubenslehre, sondern auf persönliche Erfahrung. Mitglieder berichten unter anderem von einer stärkeren Wahrnehmung ihrer selbst, von innerer Entwicklung, größerer Klarheit und einem bewussteren Umgang mit dem eigenen Leben.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich diese Erfahrung im Alltag auswirkt: im Umgang mit anderen Menschen, in der Familie, im Beruf und bei persönlichen Entscheidungen.

Subud gibt dabei keine bestimmten Antworten vor. Jeder Mensch soll seinen eigenen Weg finden und selbst prüfen, welche Bedeutung die Erfahrungen für das eigene Leben haben.

Ist Subud eine Religion?

Subud versteht sich selbst nicht als Religion und hat keine verbindliche Glaubenslehre oder Dogmen. Es gibt kein vorgeschriebenes Glaubensbekenntnis und keine zentrale religiöse Schrift.

Menschen mit unterschiedlichen religiösen Hintergründen gehören Subud an – ebenso Menschen, die keiner Religion angehören. Subud soll die persönliche religiöse oder weltanschauliche Überzeugung eines Menschen nicht ersetzen.

Gleichzeitig hat Subud einen ausdrücklich spirituellen Bezug. Die Vorstellung einer Beziehung zwischen dem Menschen und Gott bzw. einer höheren Kraft ist ein wesentlicher Bestandteil des Verständnisses des Latihan.

Was bedeutet der Name Subud?

Subud steht für Susila – Budhi – Dharma. Die drei Begriffe stammen aus dem Sanskrit und werden innerhalb von Subud sinngemäß mit drei Aspekten menschlichen Lebens verbunden:

  • Susila beschreibt ein menschliches Verhalten und die Entwicklung eines guten, verantwortungsvollen Charakters.

  • Budhi verweist auf eine göttliche bzw. geistige Kraft, die nach dem Verständnis von Subud im Menschen und in der Schöpfung wirkt.

  • Dharma beschreibt die Bereitschaft, sich dieser Kraft anzuvertrauen und ihr mit Aufrichtigkeit, Geduld und Vertrauen zu folgen.

Der Name fasst damit eine grundlegende Vorstellung von Subud zusammen: ein Mensch entwickelt sich, indem er sich einer höheren Kraft öffnet und daraus seinen eigenen Weg im Leben findet.

Wie ist Subud entstanden?

Subud entstand in Indonesien im 20. Jahrhundert. Begründer war Muhammad Subuh Sumohadiwidjojo (1901–1987), der von den Mitgliedern respektvoll Bapak genannt wurde.

Nach seiner eigenen Darstellung hatte er in den 1920er-Jahren intensive spirituelle Erfahrungen, aus denen sich das entwickelte, was später als Latihan bekannt wurde. Er begann, diese Erfahrung mit anderen Menschen zu teilen. Von Indonesien aus verbreitete sich Subud ab den 1950er-Jahren auch in Europa und anderen Teilen der Welt.

Heute gibt es Subud-Gemeinschaften in zahlreichen Ländern.

Wie kann man Subud kennenlernen?

Subud steht grundsätzlich Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und religiöser Überzeugung offen.

Wer sich für Subud interessiert, kann zunächst mit erfahrenen Mitgliedern sprechen und sich über die Praxis und die Gemeinschaft informieren. Anschließend besteht die Möglichkeit, das Latihan selbst kennenzulernen.

Subud möchte nicht durch eine bestimmte Lehre überzeugen. Die persönliche Erfahrung steht im Vordergrund. Interessierte können sich daher in Ruhe informieren, Fragen stellen und selbst entscheiden, ob sie das Latihan ausprobieren möchten.

Wenn Sie mehr über Subud erfahren möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.